Trauermücken

Trauermücke
Steckbrief Trauermücke von Futura GmbH

Trauermücken bestimmen, bekämpfen und Pflanzen schützen

Wenn um die Zimmerpflanze plötzlich kleine schwarze Mücken, ähnlich der gemeinen Obstfliege, fliegen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Trauermücken. Sie treten bevorzugt um Winter auf und befinden sich zunächst auf der Blumenerde.
Wenn Sie Ihre Pflanzen gießen, werden die Schädlinge aufgescheucht und schwirren um Ihre Pflanze. Auf den ersten Blick für Sie als Pflanzenliebhaber ein Schock, doch es gibt Möglichkeiten, wie Sie die Trauermücken bekämpfen und Ihre Pflanzen retten können.

 

Trauermücken erkennen – so zeigt sich der Befall Ihrer Pflanze

Was sind Trauermücken? Die wissenschaftlich als Sciaridae bezeichneten Schädlinge gibt es in ganz Europa. Es existieren rund 600 verschiedene Arten, doch nur wenige davon tauchen immer wieder in der Nähe von Zimmerpflanzen auf.

 

Trauermücken haben ein charakteristisches Erscheinungsbild

 

  • Länge von ca. 2 bis 5 mm
  • schwarzer, schlanker Körper
  • dunkel schimmernde Flügel
  • gefärbte Bauchunterseite (bei einigen Arten)

 

Trauermücken gehören zur Ordnung der Mücken, können Sie aber nicht stechen, da sie keinen Stechrüssel besitzen. Einen Unterschied gibt es zwischen Männchen und Weibchen, denn die Weibchen haben keine Flügel. Der Unterschied zur klassischen Obstmücke ist für Laien vor allem durch das Flugverhalten zu erkennen. Die Trauermücke kann nicht gut fliegen, sie wirken taumelnd und orientierungslos. Wenn du gerade nicht gießt, sitzen sie daher meist auf der Blumenerde und krabbeln umher.

 

Was tun gegen Trauermücken?

„Was tun bei Trauermücken“ fragen Sie sich, wenn Sie die schwirrenden Plagegeister bei Ihren Topfpflanzen entdeckt haben. Bevor Sie zum großen Sack greifen und die Pflanzen entsorgen, atmen Sie tief durch. Auch wenn die Trauermücke als Schädling durchaus lästig ist, gibt es für die Bekämpfung der Trauermücke verschiedene Mittel und Wege. Chemie benötigen Sie nicht, mit Nützlingen, Hausmitteln und visuellen Tricks können Sie den Schädling in den Griff bekommen.

 

Wie lange leben Trauermücken und verschwinden sie von selbst?

Die gute Nachricht ist, dass die Trauermücken-Lebensdauer nicht besonders lang ist. Ausgewachsene Exemplare leben etwa fünf Tage, anschließend scheiden sie dahin. Doch während dieser Zeit ist ein einzelnes Weibchen in der Lage, bis zu 200 neue Eier zu legen und wenn diese schlüpfen, geht das Schwirren wieder los.

 

Während ihres kurzen Lebenszyklus beschäftigt sich die Trauermücke mit der Paarung und der Eiablage in deinem Blumentopf. Hierfür machen sich die Schädlinge auf die Suche nach dem perfekten Platz, den sie mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn finden können. Überall dort, wo es feucht oder sogar modrig riecht, fühlt sich der Plagegeist wohl. Wenn die Erde ausreichend feucht ist, folgt nach der Eiablage etwa eine Woche später die erste Larve zum Vorschein.

 

Ob und wie gut die Larven vorankommen, ist vom Boden abhängig. Wenn Ihre Blumenerde sehr feucht ist, können sich die Trauermückenlarven besser fortbewegen. Nach etwa zwei Wochen, in denen die Larven bereits ordentlich Fressschaden an der Wurzel verursacht haben, verpuppen sie sich. Dabei wechselt die Puppe ihre Farbe und wird kurz vor dem Schlüpfen dunkler. Es dauert rund vier Tage, bis aus der Puppe eine ausgewachsene Trauermücke schlüpft, die sich dann unmittelbar wieder mit der Vermehrung beschäftigt.

 

Trauermücken loswerden: Wie kommen sie überhaupt in die Pflanze?

Wenn Sie sich mit der Trauermücken-Bekämpfung auseinandersetzen müssen, stellen Sie sich wahrscheinlich eine ganz bestimmte Frage: Woher kommen Trauermücken und was haben Sie falsch gemacht, dass sie Ihre Pflanze befallen?

Die gute Nachricht ist, dass es in aller Regel nicht an Ihnen lag. Trauermücken befinden sich oft schon in der Blumenerde, vor allem dann, wenn Rindenmulch darin enthalten ist. Auch kann es sein, dass Sie eine Pflanze gekauft haben, in deren Topf bereits Eier vorhanden waren. Für Sie ist es beim Kauf nicht möglich, Trauermücken-Eier erkennen zu können, erst wenn die kleinen Plagegeister sichtbar werden, merken Sie den Befall.

 

Trauermücken bekämpfen – zum Schutz der Zimmerpflanzen nötig

Die Trauermücken selbst rufen keinen Schaden hervor, es sind die Trauermückenlarven, die Ihrer Pflanze gefährlich werden. Sie fressen im Erdreich an den Wurzeln und sorgen so für eine Aushöhlung der Triebe. Die Pflanze verkümmert und kann im schlimmsten Fall gänzlich eingehen. Nicht alle Pflanzen sind gleichermaßen empfindlich gegen Trauermückenlarven, vor allem Jungpflanzen und sensible Zierpflanzen sind betroffen.

 

Ein weiterer Faktor ist, dass die Trauermückenlarven Pilze oder Viren und Bakterien auf deine Pflanze übertragen können. Es kommt zu verschiedenen Symptomen wie Braunfärbungen der Blätter und Fäulnis. Einmal angegriffene Zimmerpflanzen werden zudem schnell das Opfer weiterer Schädlinge, so dass schnelles Bekämpfen von Trauermücken und Trauermückenlarven nötig ist. Vor allem im Privathaushalt werden zum Trauermücken bekämpfen Hausmittel eingesetzt und das kann tatsächlich funktionieren!

 

Das Schadbild im Check: Was Sciaridae anrichten kann

Wie oben schon erwähnt, kann die Trauermücke die Pflanze im schlimmsten Fall zerstören. Der Schädling richtet dabei zwei verschiedene Arten von Schäden an:

 

  • indirekte Schäden
  • direkte Schäden

 

Der indirekte Schaden ist die Folge des direkten Schadens, den der Schädling durch seine Schwächung der Pflanze verursacht. Im schlimmsten Fall können die Larven selbst einen Pilz übertragen, der dann nur schwer zu bekämpfen ist.

 

Welche Pflanzen sind besonders gefährdet durch Larven?

Letztlich können die Larven nahezu jeder Pflanze einen erheblichen Schaden zufügen, insbesondere wenn sie nicht rechtzeitig bekämpft werden. Es gibt jedoch einige Sorten für Innenräume und für den Außenbereich, die besonders häufig betroffen sind.

Dazu gehören:

 

  • Kartoffeln und Weizen
  • Orchideen und Farne
  • Geranien und Rotklee
  • Dill und Petersilie
  • verschiedene Kakteenarten

 

Trauermücken Hausmittel: Gibt es hilfreiche Methoden?

Wenn sich Trauermücken in der Wohnung und vor allem im Pflanzentopf aufhalten, ist schnelles Handeln wichtig – doch was hilft gegen Trauermücken? Einige Hausmittel haben sich bewährt und können Ihnen dabei helfen, Ihre Pflanze zu retten:

 

  • Schon aus Großmutters Zeit ist es beliebt, für die Bekämpfung von Trauermücken Kaffeesatz zu verwenden. Hierfür muss dieser gründlich durchgetrocknet werden, damit es keinen Schimmel gibt. Anschließend wird er auf der Blumenerde verteilt, sodass die weibliche Mücke keine Eier mehr ablegt. Damit wird aber lediglich die Vermehrung behindert, fressende Larven im Erdreich kannst du mit Kaffeesatz nicht beeinträchtigen.
  • Ein weiteres Hausmittel gegen Trauermücken ist Backpulver, was Sie garantiert in Ihrem Schrank haben. Das Pulver wird auf die Erde gestreut und anschließend mit einer Sprühflasche leicht befeuchtet. Das Gemisch sickert anschließend in die Erde ein. Da Trauermücken Backpulver nicht vertragen können, sterben die Larven ab und Ihre Pflanzen können sich erholen.
  • Bei den bewährten Hausmitteln schneidet auch Zimt gegen Trauermücken gut ab. Hierfür kochen Sie Wasser auf und geben anschließend zwei Esslöffel Zimt dazu. Wenn die Mischung abgekühlt ist, gießen Sie damit den betroffenen Topf. Ihrer Pflanze macht Zimt nichts aus, Trauermücken können ihn aber nicht vertragen und sterben ab.

 

Nematoden gegen Trauermücken – so funktioniert es!

Während es einige Trauermücken Mittel gibt, die nur gegen die sichtbaren Flieger helfen, können Nematoden Trauermücken nur solange bekämpfen, bis sie ausgewachsen sind. Nematoden sind Nützlinge, die als 0,1 mm kleiner Fadenwurm natürlich gegen Trauermücken helfen. Sie kriechen in den Boden und dringen von dort aus direkt in die Larven ein. Im Inneren der Larven, sondern sie ein Bakterium ab, was die Schädlinge absterben lässt.

 

Nematoden gegen Trauermücken wirken innerhalb von wenigen Tagen, der Effekt macht sich in weniger schwirrenden Plagegeistern bemerkbar. Zwar können Nematoden gegen Trauermücken keine bereits erwachsenen Exemplare bekämpfen, sie verhindern aber den Nachschub und reduzieren so langfristig den Befall.

 

Nematoden schaden weder Pflanze noch Mensch

Um Trauermücken bekämpfen zu können, dürfen Mensch und Tier, aber auch die Pflanze selbst natürlich nicht geschädigt werden. Nematoden sind ein Mittel gegen Trauermücken, was natürlich und hilfreich ist, dabei aber keine Auswirkungen auf die Pflanze oder auf Sie selbst hat. Sie können Nematoden direkt online bestellen und dann gegen die gemeine Trauermücke vorgehen.
Sie lösen die Nematoden hierfür nach Anleitung bei der Lieferung in Wasser auf und gießen Ihre Pflanzen mit dem Gemisch. Mehr müssen Sie nicht tun, die erwachsene Trauermücke wird wie gewohnt aufsteigen und um die Pflanze schwirren, während sich die Nematoden in den Boden verkriechen und sich auf den Weg machen, die Larven der Trauermücke zu schädigen.

 

Trauermücken-Falle gemeinsam mit Nematoden nutzen

Wenn die Nematoden die Larven in der Erde bekämpfen, haben Sie noch das Problem mit den schwirrenden Plagegeistern. Aus diesem Tipp sollten Sie Nematoden mit sogenannten Gelbtafeln kombinieren. Die Schädlinge werden visuell durch die gelbe Farbe angelockt und schwirren auf die Gelbtafel zu. Diese ist mit einem nicht austrocknenden Leim bestrichen und die Trauermücke bleibt daran haften.

 

Der Vorteil dieser Methode ist, dass Sie genau sehen, wie effektiv Ihre Gelbtafeln platziert sind. Auch wenn es für eine Weile nicht mehr ganz so hübsch in Ihrem Blumentopf aussieht, können Sie mit der Kombination aus Nematoden und Gelbtafeln langfristig dafür sorgen, dass der Trauermückenbefall der Vergangenheit angehört.

 

Trauermücken bekämpfen durch Fettkraut in der Nachbarschaft

Das sogenannte Fettkraut gehört zu den fleischfressenden Pflanzen und ist in der Lage, den lästigen Schädlingen ein kurzes Leben zu bescheren. Sobald sich ein fliegender Schädling auf den Blättern niederlässt, sorgt das Fangsekret dafür, dass er sich nicht mehr bewegen kann. Das Fettkraut sondert ein Verdauungssekret ab, welches den Schädling Stück für Stück zersetzt. Zwar kann es damit keine Larven bekämpfen, jedoch unterstützend bei der Bekämpfung helfen. Insbesondere wenn Nematoden gegen Larven eingesetzt werden, kann Fettkraut parallel dafür sorgen, dass die erwachsenen Tiere beseitigt werden.

 

Trauermücken vorbeugen: Lieber Prävention als Reaktion bei der Bekämpfung

Damit Sie sich gar nicht erst mit der Bekämpfung der lästigen Schädlinge auseinandersetzen müssen, ist Vorbeugen eine vielversprechende Möglichkeit. In vielen Fällen schleppen Sie die Plagegeister beim Kauf einer neuen Pflanze ein oder Sie kaufen sie mit handelsüblicher Blumenerde aus dem Supermarkt. Bevor Sie Ihre Pflanzen umtopfen, lohnt es sich, die neue Erde zu sterilisieren. Durch einen hohen Anteil an Humus und Torf können bereits Larven vorhanden sein, die Sie sonst in den Blumentopf bringen.

 

Es klingt ungewöhnlich, doch wenn Sie das neue Substrat für 20 Minuten bei 200 ° C im Backofen sterilisieren, töten Sie mögliche Eier und Larven ab und kannst es ohne Bedenken verwenden.

Zusätzlich können Sie die Eiablage erschweren, indem Sie auf der oberen Schicht der Blumenerde eine weitere Schicht Kiesel oder Quarzsand verbreiten. Diese Bodentextur ist nicht geeignet, um Eier abzulegen und es wird den Weibchen erschwert, sich stark auszubreiten.

 

Richtiges Gießen gegen Trauermücken

Auch beim Gießen können Sie Fehler machen, die einen Befall mit Trauermücken auslösen können. Vor allem Staunässe ist ein echtes Problem. Die verhindern Sie, indem Sie Ihre Pflanzen nicht übergießen und dafür sorgen, dass das Wasser immer optimal abfließen kann. Durch eine Drainage im Topf, zum Beispiel mit Blähton, können Sie diesen Effekt verstärken.

Viele Pflanzenbesitzer neigen dazu, ihre Zimmerpflanzen zu übergießen und damit selbst für Probleme mit Schädlingen zu sorgen. Informieren Sie sich gründlich, welchen Wasserbedarf Ihre Pflanze hat und vermeiden Sie unbedingt das Übergießen. Wenn die Erde zu feucht ist, bieten Sie den Schädlingen ein optimales Umfeld, schaden Ihrer Pflanze und sorgen möglicherweise auch noch für einen Pilzbefall. Für eine gleichmäßige Wasserversorgung können Sie mit einem automatisierten Gießsystem sorgen.

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Gelbtafeln gegen Fliegen und Trauermücken